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Tötet Canaletto!

Steinbrener/Dempf & Huber
Galerie Rauminhalt, Wien
2. September – 4. Oktober 2025

Wir leben in potemkinschen Dörfern, die nur der Tourismusindustrie nützen! Wie kann es sein, dass ein fast 300 Jahre altes Bild zum visuellen Dogma für unsere gegenwärtige Stadt wird?
Airbnb ist mitverantwortlich für explodierende Mieten in ganz Europa. Um den kulturellen und sozialen Verwüstungen durch Massentourismus zu begegnen, sollte Wien seine touristischen Highlights für die Bevölkerung zurückerobern. Der Stephansdom muss zu einem sozialen Wohnbau werden!

Seit Jahren wird durch den sogenannten „Canaletto-Blick“ das Weltkulturerbe in Wien geschützt – jener ikonische Blick vom Oberen Belvedere auf die Wiener Innenstadt, der sich auf das berühmte Stadtvedutenbild von Bernardo Bellotto (genannt Canaletto) aus dem 18. Jahrhundert bezieht. Dieses Bild fungiert nicht nur als touristisches Leitbild, sondern auch als konservatorisches Instrument, das Stadtentwicklung reguliert und bremst. Der „Canaletto-Blick“ wird von Steinbrener/Dempf & Huber als Ausgangsmaterial verwendet um mit Papierschnitten, Dioramen und Fotos diesen Bild-Topos zu attakieren.

Der zweite Teil der Ausstellung führt den Diskurs auf eine andere Ebene: Er zeigt eine Reihe von präparierten und manipulierten Tieren, die mit surrealen Methoden das Verhältnis von Zivilisation und Natur reflektieren. Diese Skulpturen haben eine wissenschaftliche Anmutung, die jedoch durch künstlerische Eingriffe gebrochen wird. Die Tier-Präparate werden im Original, sowie als Abbildung zu sehen sein. Das ist gewissermaßen der rote Faden der Ausstellung: Das Verhältnis von Original und Abbild. Hier schliesst sich auch der Kreis zu Canaletto, dessen Original -Stadtpanoramabild von Wien nun aus der tatsächlichen Stadt ein Abbild eines alten Werkes macht.