Haus Attersee
Kunst am Bau 2025
Für ein Sammlerpaar realisierten Steinbrener/Dempf & Huber ein ortsspezifisches Kunst-am-Bau-Projekt für ein modernes Haus am Attersee. Ziel der Arbeit war eine künstlerisch umgesetzte Beschattungslösung, den Ausgangspunkt dafür lieferte die Auseinandersetzung mit den Bewohner*innen selbst.
Im Eingangsbereich des Hauses, der bereits mit einem Glasdach versehen war, ergänzte das Künstlerkollektiv eine zweite Dachstruktur, die auf den ersten Blick an ein Bambusdach aus Afrika oder aus der Karibik erinnert. Tatsächlich besteht die Installation jedoch aus einfachen Armierungsstahlstangen – einem gewöhnlichen und kostengünstigen Baumaterial –, die durch eine aufwendige Vernickelung veredelt wurden.
Die Arbeit bewegt sich bewusst im Spannungsfeld von Gegensätzen: zwischen Exotik und Moderne, Einfachheit und Luxus, Rohmaterial und Veredelung. Durch diese Ambivalenz hinterfragt das Projekt klassische Wertzuschreibungen in Kunst und Architektur. Die scheinbare Anspielung auf provisorische oder einfache Bauformen führt nicht zu einer Abwertung der Architektur, sondern transformiert den Eingangsbereich in eine skulpturale Intervention, die den Charakter des Hauses erweitert und neu interpretiert.
Damit zeigt „Haus Attersee“ exemplarisch die Arbeitsweise von Steinbrener/Dempf & Huber: Kunst und Architektur werden nicht getrennt gedacht, sondern treten in einen direkten Dialog mit Ort, Materialität und den Lebensrealitäten der Bewohner*innen.